Wie du aufhörst, dir Sorgen zu machen: 8 Tipps, um den Kreislauf zu durchbrechen

Klinisch geprüft von Dr. Chris Mosunic, PhD, RD, CDCES, MBA

Ständiges Grübeln ist erschöpfend und lässt sich oft leichter starten als stoppen. Hier erfährst du, wie du besser mit Sorgen umgehst, Gedankenspiralen durchbrichst und im Alltag wieder mehr Ruhe findest.

Wenn sich ein ängstlicher oder belastender Gedanke erst einmal in deinem Kopf festgesetzt hat, kann daraus schnell ein ganzer Berg von Sorgen werden, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Plötzlich kreisen deine Gedanken nur noch um die Zukunft, um Vergangenes oder um die Frage, was andere wohl über dich denken könnten.

Manche von uns grübeln so viel, dass es sich irgendwann wie ein ganz normaler Teil des Alltags anfühlt. Aber es gibt Strategien, mit denen du diesen Kreislauf durchbrechen und übermäßiges Grübeln Schritt für Schritt verringern kannst.

 

Die Folgen von ständigem Grübeln und Sorgen

Wir alle kennen dieses flaue Gefühl im Magen, wenn wir glauben, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Ein bisschen Sorge kann uns durchaus motivieren. Doch chronisches Grübeln kann sich anfühlen wie ein schwerer Rucksack, den du ständig mit dir herumträgst. Er macht dich müde, bremst dich aus und raubt dir die Freude an den Dingen, die eigentlich schön sind.

Was passiert eigentlich, wenn du dir Sorgen machst?

Sorgen und Angst gehen Hand in Hand. Während sich Sorgen meist auf bestimmte Ereignisse beziehen, zum Beispiel auf eine morgige Präsentation, ist Angst oft allgemeiner und schwerer zu greifen. Bei manchen zeigt sich diese Angst auch körperlich, etwa durch Herzrasen oder feuchte Hände.

Angst und Sorgen können sich gegenseitig verstärken und einen belastenden Kreislauf in Gang setzen. Eine kleine Sorge löst Angst aus, die die ursprüngliche Sorge noch größer erscheinen lässt. Plötzlich liegst du nachts wach wegen etwas, das zunächst nur ein flüchtiger Gedanke war. Und je stärker du dich darauf fokussierst, desto intensiver kann die Angst werden.

Deshalb ist es wichtig, Sorgen ernst zu nehmen

Studien zeigen, dass übermäßiges Sorgen langfristig Folgen für die mentale Gesundheit haben kann. Wer sich dauerhaft viele Sorgen macht, ist anfälliger für eine posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen oder Burnout. Das liegt daran, dass Dauerstress und Sorgen tatsächlich unsere Gehirnstrukturen verändern können.

Mit der Zeit kann ständiges Grübeln die Bereiche im Gehirn beeinflussen, die für Entscheidungen, Gefühle und das Gedächtnis wichtig sind. Leider macht sich das oft auch körperlich bemerkbar, zum Beispiel durch Kopfschmerzen, Verspannungen oder sogar Magenprobleme.

Wenn dich Sorgen belasten, hilft oft schon ein erster Schritt: wahrzunehmen, was gerade in dir vorgeht. Dadurch kannst du lernen, besser mit deinen Gefühlen umzugehen.

Warum es so schwerfällt, sich weniger Sorgen zu machen

Wenn uns Grübeln nicht guttut, warum fällt es uns dann so schwer, damit aufzuhören? Sorgen können so hartnäckig sein, weil sie in gewissem Maß sinnvoll erscheinen. Von Natur aus sind wir darauf ausgerichtet, Probleme wahrzunehmen und Lösungen zu finden.

Vor Tausenden von Jahren war es überlebenswichtig, Gefahren früh zu erkennen. Auch heute kann uns das noch helfen, vorausschauend zu handeln und uns auf Herausforderungen vorzubereiten. Sorgen wirken dabei oft wie ein Warnsignal für Probleme, um die wir uns kümmern sollten.

Manchmal stehen uns Sorgen aber auch im Weg. Aus Angst vor dem Ungewissen malen wir uns die schlimmsten Szenarien aus, auch wenn sie nur selten eintreten. Sorgen vermitteln uns dabei oft das Gefühl, wir würden schon an einer Lösung arbeiten. In Wirklichkeit halten sie uns jedoch häufig davon ab, wirklich ins Handeln zu kommen.PTBS

 

8 Strategien gegen ständiges Grübeln und Sorgen

Sich ab und zu Sorgen zu machen, ist ganz normal. Wenn es jedoch zu viel wird, kann daraus eine belastende Gewohnheit entstehen. Umso wichtiger ist es, das Grübeln nicht überhandnehmen zu lassen, damit es dich nicht dauerhaft belastet.

Sorgen und Ängste fühlen sich für jeden anders an. Mit etwas Übung und den richtigen Strategien kannst du lernen, besser damit umzugehen, ohne in eine Angstspirale zu geraten.

Probiere diese acht Impulse aus und schau, was dir guttut. Und vor allem: Hab Geduld mit dir selbst.

1. Plane feste Zeiten für deine Sorgen ein

Es kann Wunder wirken, wenn du dir ganz bewusst Zeit nimmst, um deine Sorgen zu bearbeiten. Es ist völlig in Ordnung, sich Gedanken zu machen, aber eben nicht den ganzen Tag lang. Mit einem festen Moment im Alltag schenkst du deinen Ängsten Gehör, ohne dass sie dein ganzes Leben bestimmen.

2. Übe dich in Achtsamkeit

Achtsamkeit hilft nachweislich dabei, Stress abzubauen und die innere Widerstandskraft zu stärken. Wenn du dich auf das Hier und Jetzt konzentrierst, läufst du weniger Gefahr, dich in der Vergangenheit oder einer ungewissen Zukunft zu verlieren.

Ob durch Meditation, Atemübungen oder einfach, indem du spürst, wie deine Füße den Boden berühren: Jeder kleine Moment der Achtsamkeit zählt.

🫶 Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, wie Achtsamkeit dir helfen kann, probiere unsere Serie Stress und innere Unruhe überwinden von Dr. Julie Smith.

3. Probiere einen Body Scan

Manchmal zeigen sich Sorgen körperlich, etwa durch verspannte Schultern oder einen Kloß im Magen. Ein Body Scan, eine Übung zur bewussten Wahrnehmung deines Körpers, hilft dir dabei, diese Spannungen aufzuspüren. Wenn du bemerkst, wo dein Körper Anspannung festhält, fällt es dir oft leichter, wieder ganz im Moment anzukommen.

🫶 Probiere eine unserer Körperwahrnehmungen aus, um bewusster in dich hineinzuspüren und Spannungen sanft zu lösen. Das hilft auch, abends mit einem Gefühl der Wertschätzung für deinen Körper einzuschlafen.

4. Richte deinen Blick auf Dankbarkeit

Kaum etwas hilft so gut im Umgang mit Ungewissheit wie der bewusste Blick auf das, wofür du dankbar bist. Wenn du dir regelmäßig vor Augen führst, wofür du dankbar bist, lenkst du deine Aufmerksamkeit weg von dem, was fehlt, hin zu dem, was bereits da ist. Ein guter Anfang kann sein, jeden Tag drei Dinge in ein Notizbuch zu schreiben.

🫶 Mit der angeleiteten Serie 7 Tage Dankbarkeit lernst du, die kleinen Momente der Fülle und des Optimismus in deinem Alltag bewusster wahrzunehmen.

 

5. Meide unnötige Stressfaktoren

Dein Umfeld hat großen Einfluss darauf, wie du dich fühlst. Nimm dir bewusst Abstand von Dingen, die dich belasten, zum Beispiel von ständigen Nachrichten oder Beziehungen, die dir nicht guttun. Wenn dich dein Zuhause stresst, kann es außerdem helfen, wieder mehr Ordnung zu schaffen und Ballast loszuwerden.

6. Sprich mit jemandem, dem du vertraust

Mit jemandem zu sprechen, dem du vertraust, kann helfen, wieder klarer zu sehen. Das kann ein Freund, ein Familienmitglied oder ein Therapeut sein. Solche Gespräche können dir neue Perspektiven eröffnen und dabei helfen, konkrete Schritte für einen weniger belastenden Alltag zu finden.

7. Setze dir realistische Erwartungen

Oft machen wir uns Sorgen, weil wir perfekt sein wollen und uns keine Pausen gönnen. Versuche, bei deinen täglichen Aufgaben eher auf den Fortschritt als auf Perfektion zu achten. Diese neue Einstellung kann eine Menge unnötigen Druck von dir nehmen.

8. Akzeptiere, was du nicht ändern kannst

Manche Dinge entziehen sich unserem Einfluss und das ist völlig in Ordnung. Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du verändern kannst, und versuche, den Rest loszulassen. So nutzt du deine Energie dort, wo sie wirklich etwas bewirken kann.

🫶 Das Gefühl, alles unter Kontrolle haben zu müssen, ist oft nur eine Illusion. Wenn du dieses Thema achtsam vertiefen möchtest, hör dir die Daily Calm über Kontrolle an.

 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Sorgen

Warum fällt es mir so schwer, mit dem Grübeln aufzuhören?

Sorgen sind eine ganz natürliche Reaktion, die tief in unserer Evolution verankert ist. Sie haben unseren Vorfahren geholfen, Gefahren vorherzusehen. In der heutigen Welt mit ihren ständigen Reizen und Informationen läuft dieses System jedoch oft auf Hochtouren. Zum Glück kannst du mit den richtigen Methoden lernen, deine Sorgen besser zu steuern.

Warum mache ich mir ständig Sorgen?

Ständiges Grübeln kann viele Ursachen haben. Manche Menschen sind von Natur aus ängstlicher, vielleicht wegen ihrer Veranlagung oder früher Erfahrungen. Bei anderen sind es aktuelle Belastungen, die die Sorgen auslösen.

Ständiges Sorgen kann sich sogar zu einer antrainierten Gewohnheit entwickeln. Wenn du mit Menschen aufgewachsen bist, die viel grübeln, hast du dir dieses Muster vielleicht unbewusst abgeschaut. Manchmal sorgt man sich sogar darüber, dass man sich zu viele Sorgen macht. Wenn es dir zu viel wird, scheu dich nicht, dir professionelle Unterstützung zu suchen.

Wie kann ich lernen, Angstgedanken zu unterbrechen?

Wenn du neue Denk- und Reaktionsmuster lernen möchtest, kommt es vor allem auf Regelmäßigkeit an. Vielen helfen Achtsamkeit, Meditation oder das bewusste Hinterfragen belastender Gedanken. Auch professionelle Unterstützung, zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie, kann sehr hilfreich sein. Mit der Zeit können Angstgefühle seltener werden und an Intensität verlieren.

Wie kann ich das Gedankenkarussell unterbrechen und meine Angst beruhigen?

Manchmal fühlt es sich an, als würde sich das Gedankenkarussell endlos drehen. Doch mit etwas Bewusstheit kannst du lernen, es zu durchbrechen. Nimm wahr, wann du ins Grübeln gerätst, atme bewusst durch und richte deine Aufmerksamkeit zurück auf den Moment. Es kann auch helfen, dir ganz bewusst ein paar Minuten Sorgenzeit zu nehmen und den Fokus danach auf etwas anderes zu lenken. Bewegung, Journaling oder geführte Meditationen können dich zusätzlich dabei unterstützen, innerlich zur Ruhe zu kommen.


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Fotos: Getty

 
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